Organisation und Auswertung großer georeferenzierter und spatio-temporaler
2D- und 3D-Messwertdatenbanken
Projekt von Thomas Brinkhoff und Christian Möhlmann
- Förderung durch das Programm "Praxisnahe Forschung und Entwicklung an niedersächsischen
Fachhochschulen" der AGIP und durch den "Europäischen Fonds für
Regionale Entwicklung" (EFRE)
- Laufzeit: 01.10.2006 - 30.11.2008
- Kooperationspartner: Gemitec, Rötgesbüttel
Ausgangssituation
Mit dem Aufkommen moderner Messverfahren wie Laserscanning,
Radar, Computertomografie usw. steigen die Datenvolumina georeferenzierter Messdaten
massiv an. Als Beispiele dazu können die GPS-Daten von Messfahrten oder
die Aufnahme von Gebäudefassaden oder -innenräumen durch bodengestützte
Laserscanner genannt werden. Moderne objektrelationale Geodatenbanksysteme
erlauben zwar die Speicherung und Anfrage raumbezogener Daten; sie sind aber
auf die Unterstützung herkömmlicher 2D-Geodaten (z.B. Flurstücke
oder Leitungsnetze) abgestimmt. Damit unterstützen sie dreidimensionale
Messwerte hinsichtlich Datenorganisation und Anfrage nur eingeschränkt.
Viele 2D- und 3D-Messdaten besitzen zusätzlich einen Zeitbezug.
In diesen Fällen wäre der Einsatz von spatio-temporalen Datenbanksystemen
angebracht. Allerdings existieren derzeit noch keine für den Einsatz in
einem Unternehmen oder einer Behörde geeigneten spatio-temporalen Datenbanksysteme.
Ziel des Vorhabens
Daher sollen in diesem Vorhaben zunächst Techniken zur Organisation
großer georeferenzierter Messwertdatenbanken entwickelt werden
und dann auf dieser Basis Verfahren für große spatio-temporale Messwertdatenbanken
entworfen und implementiert werden. Dazu benötigt man 1.) eine geeignete
logische Organisation des Datenbestands, so dass sich spätere Anfragen
und Auswertungen adäquat formulieren lassen, und 2.) eine geeignete physische
Organisation (insbes. physische Clusterbildung). Wichtige Basisoperationen sind
dabei der Aufbau der Datenbank mit entsprechenden Messreihen, das Hinzufügen
und Löschen von Messreihen, Intervallanfragen bezüglich der Messwerte
und räumliche Anfragen wie Rechteckanfragen, Distanzanfragen, Nächste-Nachbarn-Anfragen
und räumliche Verbundanfragen; im Fall von spatio-temporalen Messwertdatenbanken
kommen noch räumliche Anfragen hinzu, die einen Zeitbezug aufweisen.
Eine wichtige Nebenbedingung in dem Vorhaben ist, dass, um eine praktische
Anwendung der Ergebnisse durch den Projektpartner und andere Unternehmen sicherzustellen
(und um unnötigen Entwicklungsaufwand zu sparen), als Basis handelsübliche
objektrelationale Geodatenbanksysteme verwendet werden sollen.
Über die vorhandenen Erweiterungsmöglichkeiten (insbes. der Beeinflussung
der physischen Datenspeicherung und dem Einbringen bzw. Anpassen von räumlichen
Indexen) sollen diese Systeme entsprechend angepasst werden.
Die Messwertdatenbanken sollen anhand einer konkreten Anwendung erprobt
werden.
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